Die Kirche ist offen …

Ich bin dann mal da!

Neulich war ich auf dem „Fachtag für Pilgern“. Wir saßen in einer großen Runde zusammen: Menschen, die schon auf dem Jakobsweg waren, Menschen, die gern mehr tun wollen, um in Bremen Gastgeber oder Gastgeberin für Pilger zu sein, Menschen, die sich einfach nur informieren wollten. Eine Meinung aber haben wir alle geteilt: Unbedingt müssen auf dem Pilgerweg die Kirchen offenstehen, soweit es möglich ist.

Immer mehr Menschen machen sich auf den Weg und pilgern. Nicht nur wegen Hape Kerkeling. Ein Grund, sich für einen Pilgerweg zu entscheiden, ist die Suche nach mir selbst. In unserer Welt sind wir inzwischen oft gezwungen, am Bildschirm nach Lösungen für unsere Probleme zu suchen. Egal ob es um die Aufgaben auf der Arbeit oder im Privatleben geht: Wir sitzen vor einem Bildschirm. So entsteht offenbar eine Sehnsucht nach leibhaftiger Begegnung, mit mir, mit anderen Menschen, mit Gott.

Nun verstehe ich mein Leben schon sehr lange als einen Pilgerweg. Ich muss dafür nicht über die Pyrenäen nach Santiago gehen. Ich komme von Gott her und kehre wieder zu ihm zurück. Das ist mein Gebet bei jeder Trauerfeier. Augustin hat das im 4. Jahrhundert so formuliert: „Du hast uns zu dir hin geschaffen, und unser Herz ist unruhig, bis es ruhet in dir.“

Wo aber finde ich auf diesem Weg Ruhe? In einer Kirche. Und wieso nicht in meiner Kirche? Das ist doch komisch: Wenn wir unterwegs sind, suchen viele von uns nach offenen Kirchen, um dort aufzutanken. Im Alltag, im Getümmel des Lebens, bleibt dieser Wunsch aber verborgen. Damit es für den einen oder die andere hin und wieder möglich ist, die Ruhe der Kirche zu nutzen, vielleicht sogar zu genießen, soll ab August die Kirche nun auch an jedem Dienstagabend offen sein, von 18.30 bis 19 Uhr. Die Kirche steht Ihnen zur Verfügung. In der Kapelle werden Sie mir begegnen: „Ich bin dann mal da.“ Ich werde also, wenn auch nur für 30 Minuten, zum Gastgeber, so wie die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Sie samstags in der „Offenen Kirche“ treffen. Übrigens: selbst zum Gastgeber werden ist sehr einfach.

Der Gastgeber auf dem Jakobsweg in Spanien ist der Hospitalero. Im Rahmen von „Kultur am Vormittag“ werden wir bald einen Hospitalero zu Gast haben. Den genauen Termin erfahren Sie dann auf Plakaten, bei mir oder bei Diakon Volker Sieg.

Gebet-Stille-Meditation werden auch weiterhin möglich sein. Wolfgang Fritz (Tel. 37 12 73) und
Chris Zander laden in Zukunft dazu ein und werden auch die Leitung übernehmen. Ich freue mich sehr darüber.

Neu!

Offene Kirche
samstags von 10 – 12 Uhr
dienstags außerhalb der Ferien von 18.30 – 19 Uhr

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