Sängerinnen und Sänger gesucht

Chor- und Bläserkonzert im Juni

„Doooooooo.“ – „Schöne lange Töne.“ – „Nüüüüüüüüü. Nüüüüüüüü. Nüüüüüüüü.“ – „Einmal runterseufzen.“

Donnerstagabend, kurz nach 20 Uhr. Nachdem die letzten Sängerinnen und Sänger die 38 Stufen zum Chorraum im 2. Obergeschoss des Turms erklommen haben und sich ihren Platz – entsprechend ihrer Stimme – in einer der vier Stuhlreihen gesucht haben, beginnt die Chorprobe routiniert. Übungen zum Aufwärmen und der Stimmlockerung – natürlich stehend. Kirchenmusiker und Chorleiter Christian Faerber steht am Dirigentenpult und gibt zahlreiche Silben, Konsonaten- und Vokalreihungen vor. Mal werden die langen Töne in die Höhe getrieben, mal geht es nach unten. Langsam entstehen aus den scheinbar wahllos aneinander gereihten Silben richtige Wörter: „Die To, die To, die To-o-onne. Die So, die So, die So-o-onne, …“

Wöchentlich trifft sich der Chor der Gemeinde, um für Auftritte zu proben, neue Stücke einzustudieren und vor allem aus der Freude am gemeinsamen Singen. Neben der musikalischen Bereicherung verschiedener Gottesdienste – wie jüngst zur Konfirmation – gibt der Chor regelmäßig Konzerte. Am 18. Juni 2016, 18 Uhr ist es wieder soweit. Gemeinsam mit den Bläserinnen und Bläsern wird der Chor die „Kleine deutsche Messe“ von Johannes M. Michel und andere Stücke aufführen. „Die ursprüngliche Idee war, ein Programm von Psalmvertonungen aus verschiedenen Epochen für Chor und Bläserchor zusammenzustellen. Die Messe bildet die liturgische Klammer für dieses Programm“, sagt Christian Faerber.

Unter dem wachsamen Blick Johannes Sebastian Bachs erarbeiten die rund 20 Sängerinnen und Sänger an diesem Abend das Sanctus aus der „Kleinen deutschen Messe“. Am hellbraunen Flügel spielt Christian Faerber zunächst einzelne Taktblöcke des Stückes vor. Die Sängerinnen und Sänger summen leise mit, versuchen den Melodienlauf zu verinnerlichen. Am Ende des Stückes beginnend, üben zuerst die Männerstimmen ihren Part. Der Sopran kommt hinzu, danach der Alt. Takt für Takt setzt sich das Sanctus zusammen. Die einfache einstimmige Melodie weicht einem harmonischen mehrstimmigen Stück. Der Zauber des Chorgesangs. Aus einer einzelnen Stimme wird ein stimmgewaltige Musikkörper mit zahlreichen Höhen und Tiefen, mal laut, mal leise, mal sanft, mal treibend. „Da nicht alle Sängerinnen und Sänger die Noten vom Blatt singen können, müssen wir jede Einzelstimme Ton für Ton erarbeiten“, erklärt Chorleiter Faerber. „Je nach Länge und Umfang eines Stückes braucht das seine Zeit, da ich als Chorleiter von Woche zu Woche die Erinnerung an schon Geprobtes wieder auffrischen muss. Einen Satz aus der Michel-Messe zum Klingen zu bringen, schafft man in einer oder zwei Proben; für ein großes Oratorium wie das von Louis Spohr im letzten November braucht man aber schon mal ein ganzes Jahr Probenvorlauf.“

Zurzeit besteht der Chor aus über 30 aktiven Sängerinnen und Sängern, die aber nicht immer an allen Proben und Konzerten teilnehmen können. „Es sind immer mal welche beruflich verhindert oder krank“, sagt Christian Faerber. Unterstützung sei daher sehr willkommen. „Wenn man mitsingen möchte, kommt man am besten direkt zur Probe. Schon beim Einsingen merkt jeder schnell, ob er oder sie sich in der hohen oder der tiefen Lage wohler fühlt. Die Höhe kann sich übrigens im Laufe der Zeit entwickeln. Wichtig ist vor allem, regelmäßig an den Proben teilzunehmen.“ Gesungen werden schwerpunktmäßig geistliche, liturgische Gesänge, aber auch Taizé-Lieder, Kanons und weltliche Stücke.

Nach einer Stunde intensiven Singens, mal stehend, mal sitzend: Pause. Die Buntglasfenster in Grün- und Blautönen werden zum Lüften aufgerissen. Das große Bonschenglas mit dem blauen Deckel ist zentraler Sammelpunkt. Es wird geredet, gelacht. Singen im Chor – man hört und sieht es – tut gut.

Haben Sie auch Lust im Chor mitzusingen? Dann wenden Sie sich an Christian Faerber – oder kommen Sie einfach am Donnerstagabend im Chorraum vorbei. Sie sind herzlich eingeladen.

Samstag, 18. Juni, 18 Uhr: „Singet dem Herrn ein neues Lied“

Psalmvertonungen für Chor und Bläser
Chor und Bläserchor der Martin-Luther-Gemeinde,
Ruth Alomegou – Klavier, Ricarda Ochs – Orgel,
Leitung: Christian Faerber, Eintritt frei

Kritik oder Zustimmung?

Sie sind in den im Artikel angesprochenen Fragen und Positionen anderer Meinung möchten dem Autor widersprechen oder zustimmen, dann wenden Sie sich bitte an den Kirchenvorstand als den presserechtlich Verantwortlichen.
Bei Interesse lädt der Kirchenvorstand Sie auch gern zur Diskussion ein. Dafür wenden Sie sich bitte an den Webmaster (moderiert; Bitte achten Sie auf die Netiquette)

antje-kathrin-jahnke.jpg