Eine gute Wahl

Dass sie einmal in der Martin-Luther-Gemeinde als Pastorin arbeiten wird… Nein, das hat sich Carolin Witte zwar gewünscht, aber nicht geglaubt, als sie zu Beginn ihres Vikariats im Sommer 2011 nach Findorff zog. „Ich habe mich hier gleich wohlgefühlt und konnte mir vorstellen, dass auch die Gemeinde gut zu mir passt“, sagt Carolin Witte.

Wie gut, dass manche Träume eben wahr werden. Ab dem 1. März wird die Ur-Bremerin nun als Dritte im Bunde neben Klaus Kramer und Norbert Harms in der Gemeinde tätig sein. Ein Dienst, auf den sie sich sehr freut. Neben den klassischen Aufgaben wie Gottesdienste, Kasualien und Geburtstagsbesuche wird die junge Pastorin auch in der Kinderkirche mitarbeiten, eine Konfirmandengruppe übernehmen und den Seniorenkreis im Wechsel mit Norbert Harms gestalten. „Außerdem würde ich mich gern der Frage widmen, welche Wünsche insbesondere junge Erwachsene an die Gemeinde haben und entsprechende Angebote schaffen“, nennt sie einen weiteren möglichen Schwerpunkt für ihre Arbeit. Ihr sei in Tauf- und anderen Gesprächen in den vergangenen Jahren immer wieder aufgefallen, dass dieser Gruppe etwas fehle. „Was wollen Nicht-Theologen in meinem Alter von Kirche?“, fasst sie ihre Idee zusammen.

Aufgewachsen ist Carolin Witte in der Bremer Neustadt. Geprägt habe sie ihr Elternhaus und der Konfirmanden-unterricht in der St.-Pauli-Gemeinde, der ihr Interesse an Theologie gestärkt hat. „Ich wollte mehr erfahren.“ Allerdings gab es neben Gottesdienstbesuchen nach der Konfirmation nur noch wenig Kontakt zu der Gemeinde. „Es fehlte eine fortführende Jugendgruppe. Außerdem standen für mich erst einmal andere Themen wie das Tanzen in Vordergrund.“ Neue Impulse für ihren späteren Berufswunsch erhielt Carolin Witte in ihrem Auslandsjahr in den USA. Sie lebte in einer sehr christlichen, evangelischen Familie im Bundesstaat Washington. Vieles sei dabei nicht ihres gewesen, aber einige Aspekte dieses gelebten Glaubens empfand sie als sehr positiv: die Gemeinschaft, das Engagement und vor allem die Selbstverständlichkeit im Umgang mit dem Glauben gegenüber anderen. „Diese offene Art, die ich aus Bremen nicht kannte, hat mich sehr fasziniert.“

In der Oberstufe fiel die Entscheidung für das Studium der Theologie und gegen die Psychologie, für die sich Witte ebenfalls interessierte. Dass sie nach dem Studium aber als Pastorin auf der Kanzel stehen würde, war allerdings noch nicht sicher. „Erst nach meinem Praktikum in der Trinitatis-Gemeinde während des Studiums wußte ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.“ Es sei ein beruhigendes Gefühl gewesen, zu wissen, dass die berufliche Entscheidung die richtige sei, erzählt die junge Pastorin, die in Göttingen und Münster studiert hat.

An das erste theologische Examen im Mai 2011 schloss sich nahtlos das Vikariat an. „Eine große Herausforderung“, wie Carolin Witte sagt. „Ich kam direkt aus dem Studium, fühlte mich noch mehr als Studentin und plötzlich war ich Vikarin.“ Sie habe erst einmal umschalten müssen zwischen dem Schreiben von Hausarbeiten und nun Predigten, herausfinden müssen, was von dem Gelernten für die alltägliche Arbeit relevant sei, was die Gemeinde interessiere und von ihr hören wolle, aber auch, was sie der Gemeinde sagen wolle. Mit der Zeit fasste sie immer mehr Fuß in der Arbeit und in der Auferstehungsgemeinde in Hastedt. Nach dem ersten Jahr wechselte Carolin Witte für die restliche Zeit des Vikariats in die Rembertigemeinde, die sie sich bewußt ausgesucht hatte. „Ich wollte erfahren, wie es ist, in einer Gemeinde mit mehreren Pastoren zu arbeiten und verstärkt Jugendarbeit erleben.“ Als Pastorin im Entsendungsdienst lernte sie ab Dezember 2013 dann eine weitere Gemeinde kennen: St.Ansgarii. Wieder andere Konzepte in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, wieder eine ganz andere Zusammensetzung an Gemeindemitgliedern. Aber gerade diese unterschiedlichen Erfahrungen schätzt Carolin Witte an ihrer Ausbildung sehr. Sie habe viele Arbeitsansätze, unterschiedliche Modelle in der Jugend- und Konfirmandenarbeit und Gemeindetraditionen kennengelernt. In der Trinitatisgemeinde, ihrer zweiten Station im Entsendungsdienst, habe sie beispielsweise erfahren, auf welche Art sich Kirche in den Stadtteil einbringen kann und wie sehr eine Gemeindefusion das Gemeindeleben auch nach Jahren noch beschäftige und prägte. Erfahrungen, die sie nicht mehr missen möchte.

Am Sonntag, 1. März, 10 Uhr, wird Pastorin Carolin Witte im Gottesdienst in ihr Amt eingeführt. Anschließend Empfang im Gemeindezentrum.

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