Willkommen in der Begegnungsstätte

Heute ist Erdmuthe Sprondel-Sieg bei mir zu Gast. Seit August 2013 leitet die ausgebildete Sozialpädagogin die Begegnungsstätte der Martin-Luther-Gemeinde. Nun wird es Zeit, dass die Gemeinde sie im Rahmen eines Gottesdienstes feierlich einführt. Frau Sprondel-Sieg ist aber nicht neu hier. Man kennt sie als Dozentin für literarische Veranstaltungen, als musische Bereicherung bei Veranstaltungen von Café Klön und als Frau unseres Diakons Volker Sieg.

Aber ich möchte noch viel mehr über sie erfahren. Frau Sprondel-Sieg erzählt mir, dass sie in Bremen aufgewachsen sei. Sie habe ein Jahr als Au-pair in Genf verbracht, in Fulda Sozialpädagogik studiert und ihr Anerkennungsjahr in Berlin in einem Kindertagesheim im St. Johannisstift absolviert. Dort arbeitete auch ein junger, angehender Diakon – und bald verband die beiden nicht nur der gemeinsame Arbeitsplatz.

1981 kehrte das Paar zurück nach Bremen und arbeitete in der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde. Frau Sprondel-Sieg organisierte Mutter-Kind-Gruppen und leitete einen Spielkreis für Dreijährige.

Als die Kinder geboren wurden, brauchte die Familie ihre ganze Kraft. Liebevoll kümmerte sie sich um Jakob und um die seit ihrer Geburt beeinträchtigte Sara. Trotz der schweren Zeit der Trauer um die verstorbene Tochter blieb Erdmuthe Sprondel-Sieg offen für Neues. So nahm sie in der Martin-Luther-Gemeinde, in der ihr Mann als Diakon arbeitet, die Anregungen der Senioren auf und bot einen Literaturkurs an. 2012 arbeitete sie als persönliche Assistenz im Martinsclub. Als dringend eine Kraft für die verwaiste Begegnunsstätte gesucht wurde, entschloss sich Erdmuthe Sprondel-Sieg diese neue Herausforderung anzunehmen und bewarb sich.

Ihr macht die Arbeit mit den Senioren, die zu den vielfältigen Veranstaltungen kommen, Freude. Die sportlichen Kurse wie die Sitzgymnastik sind sehr beliebt, aber es gibt auch Spielenachmittage, Vorträge, Ausflüge, Gedächtnistraining und vieles mehr. Neu ist das Trauercafé, das an jedem 3. Sonntag im Monat trauernden Menschen einen Raum bietet sich auszutauschen. Mittwochs agiert die Kochgruppe von 12 bis 14 Uhr. Das Essen wird im Gemeindehaus zubereitet und anschließend zusammen verspeist. Die Beteiligung ist abhängig von den Kursen. So kann es schon einmal vorkommen, dass an der Sitzgymnastik an die 30 Leute teilnehmen, während die Kochgruppe mit rund sechs Frauen besetzt ist. Dienstags und donnerstags gibt es ein offenes Angebot, wo sich meistens die Kartenspieler und -spielerinnen treffen. Für jeden ist etwas dabei, ab 50 bis 90+.

All dies wäre nicht möglich ohne die Arbeit der Ehrenamtlichen, die sich um Kaffee und Kuchen kümmern, aufräumen, abwaschen, dort zupacken, wo es gebraucht wird. Um die Arbeit dieser Helferschar zu organisieren, findet einmal im Monat eine Dienstbesprechung der Ehrenamtlichen statt. Hier ist Platz für Gespräche und Kritik.

Und was macht die Begegnungsstättenleiterin, wenn sie sich privat entspannen möchte? „Ich liebe es, auf unserer Parzelle von der Arbeit auszuruhen. Zwischen Obstbäumen und Johannisbeerbüschen den Vögeln zu lauschen und einfach in der Natur zu sein“, verrät sie mir.
Wir wünschen Frau Sprondel-Sieg weiterhin gutes Gelingen für ihre Arbeit und viele engagierte Senioren, die in netter Gesellschaft eine gute Zeit in der Begegnungsstätte verbringen können. Denn schon Goethe stellte fest: „Mir gäb‘ es keine größere Pein, wäre ich im Paradies allein.“

Elsbeth Menze-Dittmayer

Sonntag, 27. 7., 10 Uhr, Gottesdienst mit Einführung von Erdmuthe Sprondel-Sieg

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Elsbeth Menze-Dittmayer