Ein neues Kapitel

beginnt im Sommer für Pastor Hans-Jürgen Jung: Er wird am 1.7. der neue Leiter des evangelischen Informationszentrums ‘Kapitel 8’ an der Domsheide 8 im Domkapitelhaus.
Zwei Jahrzehnte hat Hans-Jürgen Jung für uns und mit uns in Findorff gearbeitet. Wie immer in solchen Situationen des Abschieds und Zurückblickens scheint es mir nicht möglich, dieser langen gemeinsamen Zeit in dem begrenzten Umfang dieses Gemeindebriefartikels auch nur annähernd gerecht zu werden.
Als Pastor im Hilfspredigerdienst – heute heißt es Entsendungsdienst – ist Hans-Jürgen Jung 1994 nach Findorff gekommen. 1998 wurde er in sein Amt als gewählter Pastor der Martin-Luther-Gemeinde eingeführt. Ich habe ihm damals ein Wort aus dem Matthäus-Evangelium (5,15) mit auf seinen Weg gegeben:

„Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denn allen, die im Hause sind. Also lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

Ich habe diese Worte ausgesucht, weil schon damals Hans-Jürgen Jung die Öffentlichkeitsarbeit der Kirche ein wichtiges Anliegen war. Es ist heute mehr denn je wichtig, dass wir als Gemeinde in Findorff unser Licht nicht „unter den Scheffel stellen“, sondern unsere Arbeit für den Stadtteil publik machen. Hans-Jürgen Jung sagt, an seiner neuen Stelle reizt ihn vor allem „auch die Möglichkeit, nun noch mehr mit der Öffentlichkeit über die Ziele und den Zweck von Kirche und Gemeinde zu sprechen, zu schreiben und dafür zu arbeiten, dass Kirchengemeinden im Gespräch bleiben.“
Für die evangelische Kirche in Bremen als Gesamtheit ist der Stellenwechsel von Hans-Jürgen Jung, da bin ich mir nach zwanzig Jahren gemeinsamen Weges sicher, ein großer Gewinn, für unsere Gemeinde ist er ein Verlust.
In meinem persönlichen Rückblick nehmen die Veränderungsprozesse in unserer Gemeinde, an die wir uns vor zwanzig Jahren gemeinsam „herangetraut“ haben, einen breiten Raum ein; die Konzentration auf nur noch ein Gemeindezentrum ‚mittendrin‘ und der große Umbau der bestehenden Räume zur Jahrtausendwende gehören dazu.
Ohne die Begleitung dieser Prozesse durch Pastor Hans-Jürgen Jung wären diese Veränderungen – da bin ich mir in der Rückschau sicher – nicht möglich gewesen.
Aber Hans-Jürgen Jung war nicht nur „Öffentlichkeitsarbeiter“ und „Gemeindereformer“ – in erster Linie war er Gemeindepastor. Er hat getauft, konfirmiert, beerdigt und war für Jugendliche zuständig. Und um deutlich zu machen, dass ein Gemeindepastor nicht nur sonntags arbeitet, sondern wesentliche Arbeit auch im Alltag stattfindet, hat sich Hans-Jürgen Jung für seine Verabschiedung aus unserer Gemeinde einen Freitag ausgesucht: „Gottesdienst im Alltag“ – so ist der Verabschiedungsgottesdienst überschrieben, zu dem ich Sie alle herzlich einladen möchte. Das Licht eines Pastors leuchtet eben nicht nur am Sonntag und steht der Rest der Woche unter einem Scheffel.
Am Freitag, 20. Juni ist Gelegenheit, sich bei Pastor Hans-Jürgen Jung für seine Arbeit mit den Menschen im Findorffer Alltag herzlich zu bedanken.

Jens Schröder, Verwaltender Bauherr

Freitag, 20.6., 18 Uhr Martin-Luther-Kirche ‚Gottesdienst im Alltag‘ zur Verabschiedung von Pastor Hans-Jürgen Jung

anschließend Empfang/Grillfest im Gemeindezentrum

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