Wie geht’s weiter mit der Kinderkirche?

In der Kinderkirche begleitet uns schon lange eine Diskussion. Zum besseren Verständnis gehe ich kurz in die Vergangenheit zurück: als ich in Findorff meinen Dienst begann, bin ich in die „KiKi“ eingestiegen. Die hieß damals noch „Kunterbunter Kindermorgen“: Ein ganzer Vormittag für Kinder ab sechs Jahren. Bald kamen Eltern und klagten darüber, dass die jüngeren Geschwister unserer Gottesdienst-Besucher auch bleiben wollten, aber das sei ja nicht erwünscht. Wir öffneten die Altersgrenze nach unten. Heute heißt es: „Eingeladen sind Kinder ab etwa drei Jahren und im Grundschulalter. Auch die Eltern können gerne teilnehmen.“ Es gibt jedes Mal zwei nach Alter unterschiedene Gruppen, in denen wir unser Thema gestalten, in der Regel eine Geschichte aus der Bibel: für die Grundschulkinder immer etwas anders als für die Kindergartenkinder. Es wird gemeinsam gebastelt, gemalt oder gespielt.
Auch die jüngeren Geschwister der Kinder im Kindergartenalter sind jetzt dabei. Und auch die Eltern sind mitgekommen und dageblieben – anfangs zögerlich, mit der Zeit aber immer selbstverständlicher. Ich freue mich darüber, dass aus der Kinderkirche im Lauf der Jahre ein Gottesdienst für junge Familien geworden ist. Und ebenso bin ich froh darüber, dass unser Team mit Engagement die Sonntage plant und durchführt, das heißt zusammen mit Kindern und Eltern feiert: denn die Kinderkirche ist ein Gottesdienst und Gottesdienste werden gefeiert.
In letzter Zeit sind wir aber mit diesem Konzept der Öffnung an eine Grenze gestoßen: Wir waren in der Vorbereitung eines Sonntags zum Thema: „Musik bewegt“. Es ging um David, der zu Saul geholt wird. Mit Hilfe seiner Musik soll David den noch amtierenden König aus seiner depressiven Stimmung befreien. „Was kann mich aus meiner depressiven Stimmung befreien“, habe ich mich gefragt. „Musik“ lautete ebenfalls meine Antwort. Zum Beispiel die Musik vom Ritter Rost. In dem Kindermusical „Ritter Rost hat Geburtstag“ gibt es folgende Szene: der Knallermann will der bezaubernden Männerversteherin Lilly Feuer unterm Hintern machen. Noch bevor diese aber reagieren kann, ergreift Koks, der Drache, die Initiative: „Feuer machen ist ja wohl Drachensache! – Überlass ihn ruhig mir, den Knallfrosch.“ Koks beginnt zu singen: „Hör mal her, du Knallermann, gleich zünd‘ ich dir die Buxe an. Nur ein Huster, und dann kuckst du ganz dumm, bum bum bum bum.“
Würden wir damit die Grenzen eines seriösen Kindergottesdienstes überschreiten? Sind die Kinder nicht zu jung für diese Art von Humor? – Ich bin dankbar für die Offenheit in unserem Team, überhaupt solche Ideen einbringen zu können. Und ich schätze es, dass wir uns immer wieder diese Fragen stellen. Genau das macht die Kinderkirche attraktiv. Am Ende bin ich froh, dass es uns gelingt, gemeinsam eine Lösung zu finden: Für den Sonntag zu David und Saul schien uns meine Idee aus dem Kindermusical zu riskant. Stattdessen haben wir unser Thema „Musik bewegt“ umgesetzt mit dem Lied„Eisenbahn“ (Wolfgang Hering / Bernd Meyerholz), das mir nach 25 Jahren immer noch gut gefällt. Die Kinder bauten Rasseln und begleiteten das Lied. Und um die Erwachsenen, die in der Mitte auf dem Teppich saßen, fuhr die Lokomotivführerin Anouk vergnügt mit ihren Waggons. Dann wurden alle wieder still für den Schlussteil mit Lied, Vaterunser und Segenswort.
Was bleibt? Warum schreibe ich diesen Artikel? In unserem Team ist folgende Idee entstanden: wir möchten in unsere Konzept-Diskussion über die Zukunft der Kinderkirche die einbeziehen, für die wir die KiKi anbieten. Am Sonntag, 27. April, laden wir darum im Anschluss an die Kinderkirche ein zum Gespräch: „Wie geht‘s weiter mit der Kinderkirche?“ – Kommt!

Sonntag, 27.4. 10 Uhr Kinderkirche mit anschließender Diskussion

Pastor Norbert Harms