„Soviel du brauchst“

– heißt das Motto des 34. Deutschen Evangelischen Kirchentages. Das größte deutsche Protestantentreffen, das 2009 in Bremen stattfand, kommt nach Dresden 2011 wieder in den Norden: vom 1. – 5. Mai werden Gemeindemitglieder aus Findorff Veranstaltungen in Hamburg besuchen. Zum Konfirmandentag am Sonnabend 4.5. fahren gemeinsam Konfirmandinnen und Konfirmanden aus unserer Martin-Luther-Gemeinde, der St. Michaelis-St. Stephani-Gemeinde und aus der Kirchengemeinde Wasserhorst. Und als Nachspiel zum Kirchentag lautet auch das Motto des gemeinsamen Gottesdienstes am Pfingstsonntag, 19.5., 10 Uhr, „Soviel du brauchst.“ Pastor Hans-Jürgen Jung aus Findorff und die Wasserhorster Pastorin Ulrike Krusch-Jung laden ein, Pfingstsonntag wieder einen gemeinsamen Gottesdienst zu feiern und dabei das Kirchentagsmotto noch einmal bei uns in Bremen in den Mittelpunkt zu stellen. Pastorin Ulrike Krusch-Jung arbeitete mit ihren Konfirmanden über das Motto des Kirchentags. Soviel du brauchst – für den Konfirmandentag wurde dieses Motto aufgeschlüsselt in drei Fragen, von denen es, denke ich, gut ist, sie sich ab und zu zu stellen: Was brauche ich? Wie viel brauche ich? Wozu werde ich gebraucht? Meine Konfirmanden und Konfirmandinnen aus Wasserhorst und dem Blockland waren jedenfalls um Antworten auf solche zentralen Lebensfragen nicht verlegen. Was brauche ich: Liebe, Freundschaft, Familie und ein Zuhause – das stand ganz oben, gefolgt von Hobbys, Nahrung, Kleidung, Bildung und Gesundheit (in dieser Reihenfolge). Was eben jeder Mensch zum Leben braucht. Schnell war ihnen aber klar: bei den Großeltern etwa, zu deren Lebenswirklichkeit Krieg und Nationalsozialismus gehört hatten, hätte an oberster Stelle wohl Frieden, Demokratie und Freiheit gestanden. Und natürlich haben sie dann auch Geld oder ein Smartphone aufgelistet. Aber spätestens an dieser Stelle stellte sich ihnen die Frage von selber „Wie viel brauche ich eigentlich wirklich von allem?“ Nämlich nicht „alles“ oder „möglichst viel“. Die Vorstellung, sich jeden Wunsch erfüllen zu können, stand bei den etwa 13jährigen Jugendlichen nicht hoch im Kurs. „Dann wünscht man sich ja gar nichts mehr“ und „kann für das, was man hat und bekommt, gar nicht mehr dankbar sein“. Shoppen macht Spaß, ja – aber was ist, wenn meine Wünsche einen Schaden oder Nachteile für andere bedeuten? Als Beispiele fiel uns im Gespräch die Produktion von Kleidung oder von Technik in Indien oder China ein. Und bei den eigenen Eltern ist nicht wichtig, wie viel sie verdienen – es ist wichtig, dass sie eine sinnvolle Tätigkeit haben. Also: „Wozu werde ich gebraucht?“ Als Freund, hieß es da von den Konfirmanden und Konfirmandinnen, um andere glücklich zu machen, um Liebe zu geben, um zu helfen – als „Team-Partner“ eben (eine klasse Antwort, fand ich). Soviel du brauchst. Haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, auch schon einmal darüber nachgedacht, was Sie brauchen? Vielleicht ja noch ganz etwas anderes. Trost zum Beispiel. Wenn sie einen Verlust erlitten haben. Oder Erinnerungen. Damit bleibt, was Ihnen wichtig war. Mut vielleicht, weil Sie in letzter Zeit so verzagt sind. Jemand, der zuhört, damit Sie erzählen können und Ihnen wieder leichter um´s Herz wird. Oder Glaube oder Sinn. Was brauchen Sie? Wie viel brauchen Sie? Materiell vielleicht ja weniger als es unsere Wohlstandsgesellschaft bietet und wir für selbstverständlich halten. Und wozu werden Sie gebraucht? Bestimmt für viel mehr, als Sie denken. Für mich haben meine Konfirmanden und Konfirmanden die biblische Geschichte, die Grundlage des Kirchentagsmottos ist, nämlich die Geschichte vom Manna in der Wüste, vom Brot, das wirklich satt macht, in sehr geistvoller und geistreicher Weise aktualisiert. Und sie haben mich quasi eingeladen, selber genauer nachzudenken über das, was und wie viel ich brauche und wo ich gebraucht werde. Auch Ihnen wünsche ich dazu gute Gedanken, wünsche Ihnen Gottes Geist, der Trost und Mut und Kraft gibt, und ein schönes Pfingstfest – und vielleicht bis Pfingstsonntag in Wasserhorst. Ulrike Krusch-Jung

Der gemeinsame Pfingstgottesdienst am Sonntag, 19.5. beginnt um 10 Uhr.
Die Fahrradfahrer treffen sich um 8.50 Uhr an der Martin-Luther-Kirche.
Pfingstsonntag, 19.5.

(Strecke Blocklander Hemmstr. – Dammsiel – Wummensiede – Wasserhorst, ca. 13 km)
9.30 Uhr Abfahrt der PKWs von der Martin-Luther-Kirche

Bitte bis Do., 17.5., im Gemeindebüro melden, wenn Sie nicht mit dem Fahrrad fahren und eine Mitfahrgelegenheit im PKW bieten oder eine suchen, Tel. 37 96 90. Der Deich ist für Kirchenbesucher frei.
Nach dem Gottesdienst gibt es Kaffee und Tee und etwas zur Stärkung für den Rückweg um 12.30 Uhr.
Danach können Sie auch mit Ingo Franßen auf einer längeren Tour von ca. 40 km in 4 Std. mit Pausen durchs Teufelsmoor und Blockland zurück nach Findorff radeln. Anmeldung und Rückfragen zur Tour bei Ingo Franßen, Tel 278 77 96.