Weltgebetstag der Frauen

Informiert beten und betend handeln

Am jedem ersten Freitag im März feiern Frauen auf der ganzen Welt den gleichen Gottesdienst. Über Konfessionen hinweg miteinander zu beten und bei der Vorbereitung des Gottesdienstes Informationen über die Lebenssituation der Menschen des Landes zu hören und zu lesen, dessen Frauen die Gottesdienstordnung erarbeitet haben ist das Eine, solidarisch, über Grenzen hinweg zu handeln, das Andere. Handeln heißt, sich für Frauenprojekte in anderen Ländern zu engagieren, sei es mit Zeit oder mit materieller Hilfe durch die Kollekte.

Ich habe Erika Dröst und Hella Hofmann eingeladen, um mehr über die Planung und Durchführung des Weltgebetstages der Frauen (Weltgebetstag) in Findorff zu erfahren.
Erika Dröst hat sich früh in Jugendgruppen der Friedensgemeinde engagiert. 1955 als junge Erwachsene nahm sie in der Gemeinde Unser Lieben Frauen mit Pastorin Schultz am Weltgebetstag teil. In den siebziger Jahren war Erika Dröst den Pastorinnen in der Martin-Luther-Gemeinde sehr verbunden. Sie organisierten zusammen mit der katholischen St. Bonifatius Gemeinde abwechselnd den Weltgebetstag.Vor etwa sechs Jahren hat sich Erika Dröst aus der verantwortlichen Rolle zurückgezogen.
In diesem Jahr vertritt Hella Hofmann unsere Gemeinde. „Es wäre so schön, wenn sich noch mehr Frauen für diese Arbeit begeistern könnten“, wünscht sie sich. „Das Martin-Luther /Bonifatius-Team wäre dann wesentlich ausgeglichener. Es ist aber nicht notwendig, dass eine Pastorin als Verantwortliche dabei ist. Der Weltgebetstag ist eine Laienbewegung, aber es ist hilfreich, bei theologischen Fragen kompetente Hilfe an der Seite zu wissen“.
Das erste Vorbereitungstreffen für die Frauen aus den Bremer Gemeinden war Mitte Januar in Walle. Am Freitagnachmittag konnten die Frauen sich über das thematisch im Mittelpunkt stehende Land informieren. Am Sonnabend ging es um die Gottesdienstordnung, um die Auslegung der Texte, um Tänze und Lieder. Die weitere Vorbereitung für Findorff fand bei vier weiteren Treffen in den Gemeinden statt.
In diesem Jahr geben die Frauen aus Frankreich die Gottesdienstordnung mit dem Thema vor: „Ich war fremd – ihr habt mich aufgenommen“ .Gerade in Frankreich hat sich bezüglich der Asylpolitik einiges geändert. Besonders die „sans-papiers“, also die Migranten, die sich ohne Aufenthaltsgenehmigung in Frankreich aufhalten, leben mittellos und in ständiger Angst aufgegriffen und abgeschoben zu werden. „Schlag mir die Tür nicht vor der Nase zu!“ heißt es in einem Liedtext. Diese Fremden benötigen, politische, finanzielle und materielle Hilfe, aber ein erster Schritt ist aufeinander zuzugehen.
Die Frauen aus St. Bonifatius und der Martin-Luther-Gemeinde laden am 1. März um 18 Uhr, bzw. um 17.45 Uhr zur Liedeinführung, alle – Frauen wie Männer – zum gemeinsamen Gottesdienst in die katholische Kirche St. Bonifatius in der Leipziger Straße in Findorff ein. Nach dem Gottesdienst können Interessierte noch bei einem gemeinsamen Imbiss miteinander ins Gespräch kommen.
Im nächsten Jahr haben Sie übrigens die Möglichkeit, mehr über Ägypten zu erfahren. „Streams in the desert“ heißt das Thema, „Ströme in der Wüste“. Seien wir gespannt darauf, was uns die Frauen aus Ägypten erzählen. Haben Sie Interesse, den Weltgebetstag mit vorzubereiten? Dann sind Sie herzlich willkommen! Der Weltgebetstag ist eine gute Möglichkeit, in einem zeitlich überschaubaren Rahmen, ehrenamtlich tätig zu sein. Sie bringen sich mit Ihren Möglichkeiten und Wünschen ein. Vielleicht mögen Sie einen Text lesen, eine Spielszene mitgestalten, einen Tanz anleiten? Melden Sie sich einfach im Büro der Martin-Luther-Gemeinde. Wir freuen uns auf Sie!
Text und Fotos: Elsbeth Menze-Dittmayer

Elsbeth Menze-Dittmayer