Bild: Der Hahn auf dem Dach der Martin-Luther-Kirche. Der Hahn symbolisiert Wachsamkeit.

1. Mai – Keine Stimme für die NPD

Am 1. Mai, dem traditionellen Tag der Arbeiterbewegung und kurz vor der Bürgerschaftswahl am 22. Mai, will die rechts radikale NPD in Bremen demonstrieren. Sie greift Themen auf, die viele Menschen bewegen. Die Angst vor „Überfremdung“ spielt eine große Rolle. Daneben versucht sich die Partei aber auch als Vertreterin sozialer Interessen und gegen Großkonzerne und Globalisierung zu profilieren, fordert Mindestlohn und Grundrente, und will als Umwelt schützerin Punkte machen.
Hinter dieser Fassade stehen aber die schlimmen Denkmuster der Nazis. Die NPD ist fremdenfeindlich und äußert sich immer wieder antisemitisch und rassistisch. Ihr Parteiprogramm spricht von Nazi-Begriffen wie „Volksgesundheit“, „Lebensraum“ und „Volksgemeinschaft“. Auch wenn sie Volksentscheide fordert, steht dahinter doch eine autoritäre, demokratiefeindliche Politik.
Warum ist diese Partei für Christen nicht wählbar?
Das Programm der NPD ist ein Produkt der Angst. Es sind die Ängste vor dem Fremden, vor dem Verlust sozialer Bindungen und der Auflösung der eigenen Identität. Viele Menschen fürchten, im wirtschaftlichen und technischen Fortschritt abgehängt zu werden, im eigenen Land nichts zu gelten und nichts zu sagen zu haben.
Diese Ängste sind nicht unbegründet. Unsere Gesellschaft hat ein Problem mit der Integration von Einwanderern und der Bildung von Parallelgesellschaften (zusätzlich zu den bestehenden). Der soziale Friede ist in Gefahr, wenn Spitzenverdienste und Hartz-IV-Sätze zu weit auseinanderklaffen. Kungelwirtschaft, Arroganz und unmoralisches Verhalten von Entscheidungsträgern fördern den Ruf nach dem „starken Mann“.
Aber wir als Christinnen und Christen sind aufgerufen, anders mit den Ängsten umzugehen als mit Ausgrenzung, Nationalismus und Gewalt. Der auferstandene Jesus Christus sagt uns: „Fürchtet euch nicht“ und ruft uns auf, unsere Verantwortung für das gute Zusammenleben aller Menschen wahrzunehmen. Die Bibel weist uns Wege: Sie beschreibt den Schutz der Fremden als wichtige Aufgabe der Gesellschaft – weil jeder Mensch in die Lage kommen kann, fremd zu sein. Sie stellt uns Modelle bereit, für sozialen Aus-gleich zu sorgen. Christus hat sich den Menschen zugewendet, statt sie auszugrenzen. Er praktizierte Gnade statt Recht und Ordnung. Der Glaube verankert in uns die Achtung vor dem Einzelnen und seiner – manchmal auch schwierigen – Eigenheit. Die nationalen Grenzen hat das Christentum von Anfang an als unwichtig erachtet – es lebt in vielen Völkern.
Als Martin-Luther-Gemeinde versuchen wir, dem Auftrag Jesu Christi nachzukommen. Wir leisten Integrationsarbeit z. B. in unserer Kindertageseinrichtung. Wir sind in Findorff in gutem Kontakt mit Mitmenschen anderen Glaubens und fremder Herkunft. Wir setzen uns für eine offene, tolerante und soziale Gesellschaft ein und versuchen, sie in unseren Räumen vorzuleben.
Wir bitten die Findorfferinnen und Findorffer, sich an den Aktionen gegen den NPD-Aufmarsch am 1. Mai zu beteiligen – und am 22. Mai zur Wahl zu gehen und den demokratischen Parteien ihre Stimme zu geben.
Klaus Kramer
Sonntag, 1.5. 10 Uhr
Widersteht dem Rechtsextremismus!
Gottesdienst mit Abendmahl