Jens Schröder zum Thema 50 Jahre Martin-Luther-Kirche

“Ein unübersehbarer baulicher Akzent

im Findorff-Viertel” – so beschreibt Claus Heitmann unsere Martin-Luther-Kirche in seinem Buch „Von Abraham bis Zion“ über die Kirchenbauten in Bremen. 50 Jahre steht die Kirche nun unübersehbar mittendrin in unserem Stadtteil, weithin sichtbar.
Unsere Kirche ist jedoch sicher nicht nur für mich mehr als ein baulicher Orientierungspunkt. Die Martin-Luther-Kirche steht nicht nur 50 Jahre mittendrin in Findorff, sie hat sicher auch ihren Platz mittendrin in den Lebensgeschichten vieler Findorfferinnen und Findorffer.
Zu Beginn des Jahres 2003 konnten wir die Kirche nicht nutzen, weil der Eingangsbereich neugestaltet wurde. So feierten wir die Gottesdienste im Gemeindesaal – wie es auch von 1954-1961 vor der Fertigstellung des Kirchenneubaus gewesen ist. Von einigen Gottes-dienstbesuchern hörte ich vor acht Jahren Sätze wie „Das ist hier viel schöner als in der Kirche!“ Mir stellten sich damals einige Fragen: Brauchen wir unsere große Kirche überhaupt? Ist es überhaupt notwendig und richtig, weiter erhebliche Mittel für Betrieb und Bauunterhalt eines solch riesigen Gebäudes auszugeben?
Ich habe meine Kirche damals spürbar vermisst – dieses Gefühl war für mich Anlass für weitere Fragen: Warum habe ich die Kirche vermisst? Was ist das Besondere an diesem Gebäude, am Kirchenraum, warum ist er mir so wichtig? Kann man zu einem Raum eine Beziehung haben?
Fragen, die sich bei den Vorbereitungen der zahl-reichen Veranstaltungen zum 50. Geburtstag der Kirche wieder stellen, sicher nicht nur mir. Bei der Beschäftigung mit der Geschichte unserer Kirche in den letzten fünf Jahrzehnten ist mir eines besonders deutlich geworden: Es hat sich vieles verändert in 50 Jahren. Bilder von der Einweihung der Kirche wirken heute wie Bilder aus einer anderen Welt. Mode, Musik, technische Entwicklung – am deutlichsten werden die Veränderungen sicher an uns selbst. Aber die Kirche hat sich äußerlich – von einigen Umbaumaßnahmen abgesehen – kaum verändert. Die Gesellschaft „drum herum“ hat sich massiv gewandelt, die Themen, zu denen wir als Kirche Stellung beziehen, sind andere – aber das Kirchengebäude hat als Konstante gewissermaßen die Zeit über-dauert. Die Bilder meiner ersten Erinnerungen an den Kirchenraum als Kindergartenkind sind deckungsgleich mit dem Bild, das sich mir heute bietet. In dieser Konstanz steckt für mich – auch das ist mir deutlich geworden – eine Form von Verlässlichkeit.
Seien Sie alle herzlich eingeladen zu den Veranstaltungen zum Kirchenjubiläum, die wir vorbereitet haben. Das ausführliche Programm – falls Sie es noch nicht mit der Post bekommen haben – finden Sie hier rechts oder im Faltblatt „mittendrin extra“, erhältlich im Gemeindezentrum.