Ein neues Zuhause

Der Verein für Innere Mission in Bremen hat im Mai 2010 ein Wohnhaus in der Rudolf-Alexander-Schröder-Straße im Weidedamm eröffnet. Dort wohnen 24 Menschen mit einer Behinderung in einem stationären Wohnheim. Daneben gibt es 12 Appartements für behinderte Menschen, die dort selbstbestimmt leben können.
„Wir freuen uns, mit der Martin-Luther-Gemeinde und dem Stadtteil Findorff durch dieses große Projekt verbunden zu sein“, sagt Pastor Uwe Mletzko, Vorstandssprecher des Vereins für Innere Mission in Bremen mit Sitz in der Blumenthalstraße. Er schreibt weiter: „Dieses Wohnhaus wurde notwendig, da das Land Bremen eine Unterbringung in kleinen dezentralen Wohnhäusern in Schwachhausen nicht mehr finanzieren kann. Vorher lebten die Wohngemeinschaften zu siebt oder zu zehnt gemeinsam zusammen, heute werden sie auf drei Fluren zu je 8 Personen in einem Gebäude untergebracht.
Für uns ist das Wohnen von Menschen mit Behinderungen ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Die Menschen wohnen so selbstbestimmt wie möglich, aber mit dem nötigen Unterstützungsbedarf. Sie gestalten ihre Freizeit nach ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen. Die ehemaligen Bewohner der Lüder-von-Bentheim-Straße, die jetzt im Weidedamm wohnen, waren regelmäßige Kirchgänger in der St. Ansgarii-Gemeinde. Jeden Sonntag waren sie wie selbstverständlich Gäste im Gottesdienst und haben auch an Gemeindefesten teilgenommen. Wir hoffen, dass unsere Bewohner auch in der Martin-Luther-Gemeinde ebenso herzlich aufgenommen werden.
Übrigens: Das Haus heißt Johann-Kraeft-Haus. Johann Kraeft war ein Bewohner unseres Betreuten Wohnens und ist vor über 20 Jahren aus dem Kloster Blankenburg nach Bremen gezogen. Meist werden Häuser oder Kirchen nach wichtigen Personen benannt: Martin Luther, Johann Hinrich Wichern oder Theodor Fliedner stehen für viele Häuser Pate. Das sind Menschen, die etwas bewirkt haben. Wir haben uns ganz bewusst mit diesem Haus für Johann Kraeft entschieden. Er wäre in dieses Haus eingezogen, ist aber leider vorher verstorben. Er ist einer von denen, der die Behindertenarbeit in Deutschland durch die Jahrzehnte hindurch spürbar selber erfahren hat. Der die Begrenzung erfahren hat, der aber auch immer mehr die eigene Freiheit spürte, die ihm ein größtmögliches selbstbestimmtes Leben ermöglichen sollte. Die Erinnerung an Johann Kraeft soll uns dazu mahnen, dass wir nie vergessen, dass wir in allen Handlungsfeldern der Diakonie und so auch in der Behindertenhilfe uns in einem fortwährenden Wandlungsprozess befinden. Wir müssen immer wieder darauf achten, dass wir mit unserem inhaltlichen Konzept nicht auf der Stelle treten, sondern zeitgemäße Formen der Behindertenarbeit in diesem Hause anbieten.
Wenn Sie mehr über uns erfahren wollen, schauen Sie doch einfach einmal vorbei oder erfahren Sie mehr im Internet unter www.inneremission-bremen.de. Im Rahmen des Gottesdienstes der Inneren Mission am Sonntag, 26. September, 10 Uhr in der Martin-Luther-Kirche gibt es auch einen Anlass uns kennenzulernen. Wir würden uns freuen, wenn auch Sie dabei sind.“