»mittendrin« – April 2010

Geld oder Tradition?

Warum lassen sich Jugendliche konfirmieren? – Elsbeth Menze-Dittmayer besuchte den Konfirmandenunterricht von Pastor Jung.

Es ist kurz vor fünf an diesem Dienstagnachmittag im Brunnenzimmer im 2. Obergeschoss des Gemeindezentrums. Nach und nach trudeln die Mädchen und Jungen ein, nehmen sich einen Stuhl und bilden so nach und nach einen Stuhlkreis. Die Mädchen rechts und die Jungen links. Nicht aus Prinzip, sondern das ergebe sich so, antwortet mir eine Konfirmandin. Pastor Jung kommt herein, das Gemurmel, Getuschel und Gekicher wird nur unwesentlich leiser. Er baut zügig eine Kreismitte mit einer Kerze auf, stellt dann das Thema des Unterrichts vor, „die Konfirmation“ und lässt die Karaoke-Version von „Wir haben Gottes Spuren festgestellt“ von einem CD-Player laufen. Das Lied gehört zum Eingangsritual und alle singen mit, jedenfalls vermute ich das, wenn ich die Jugendlichen in das Liedblatt vertieft beobachte. Das ist eins meiner Lieblingskirchenlieder, darum vergesse ich meine Beobachter-rolle und schmettere begeistert los. Anschließend wird der 23. Psalm im Wechsel gesprochen, aha, hier werden schon Verhaltensweisen eingeübt, wie sie später im Gottesdienst auch üblich sind.
Dann sollen die Jugendlichen fünf Gründe aufschreiben, warum sie konfirmiert werden möchten und diese dann nach der Wichtigkeit in eine Reihenfolge bringen. Bei der Auswertung kristallisieren sich die Familienfeier auf der einen und der Glaube und die Bestätigung der Taufe auf der anderen Seite als wichtigste Gründe heraus. Erstaunlich ist, dass Geldgeschenke als Motivation erst an nachrangiger Stelle genannt werden.
Das Thema Konfirmation wird noch an weiteren Beispielen erläutert: einmal gibt eine Quelle aus dem Internet Meinungen von bereits konfirmierten Mädchen und Jungen wieder, daneben lesen wir einen Text aus der Reihe „Religion für Einsteiger“ Informationen zu Konfirmation, zum Abendmahl und zur Jugendweihe. Darin wird erklärt, dass das Interesse an Geldgeschenken das Streben der jungen Erwachsenen nach Selbstbestimmung ausdrückt.
Nun schnell hinaus, solange es hell ist für ein Gruppenfoto! Danach bleibt nicht mehr viel Zeit für das Rollenspiel, in dem sich Kirchenvorstand, Eltern, Pastoren, Konfirmanden und kritische Jugendliche in einer Diskussionsrunde austauschen.
Als Ausklang des Unterrichts wird die Kerze wieder in die Mitte gestellt und das Vaterunser gebetet. Die Zeit verging wie im Fluge.
Die Stimmung war locker, der Unterricht informativ aber viel Neues habe ich nicht erfahren. Die Welt ändert sich wohl nicht so radikal in 40 Jahren. Ich erinnere mich an meinen Prüfungsgottesdienst , das muss so 1970 gewesen sein. Wir haben damals einen Gottesdienst gestalten dürfen. Unser Pastor war modern und hatte Mut, Neues auszuprobieren. Ich schließe mit folgenden Zeilen, die ich damals sprechen musste und nicht vergessen habe:
Ein Kind geht seinen Weg allein.
Darf es das?
Wir reden ihm zu gerne ein. Tu dies und das!
Wenn wir dem Kind sein Recht gewähr’n Merkt euch das.
Dann wird’s auch seine Eltern ehr’n.
Glaubt mir das!

Elsbeth Menze-Dittmayer

Gottesdienste

Sonntag, 23. 7.

10 Uhr, Kirche
Der Talar – ein Missverständnis
Anschließend Gespräch zum Thema
Pastor Kramer

Sonntag, 30. 7.

10 Uhr, Kirche
Hunger (Johannes 6, 30-35
Pastor Kramer

Samstag, 5. 8.

9 Uhr, Kirche
„Irgendwie anders“ – Ökumenischer Gottesdienst zum Schulanfang
Pastoralreferent Gebbe, Pastor Kramer und Findorffer Grundschüler

Sonntag, 6. 8.

10 Uhr, Kirche
Die Völkerwallfahrt zum Zion
Gottesdienst mit Abendmahl
Pastorin Witte

10 Uhr, Raum 1
Kinderkirche
Pastor Harms und Team

18.30 Uhr, Kapelle
Kurzfilmandacht
Pastorin Witte

Sonntag, 13. 8.

10 Uhr, Klostergarten
Taufgottesdienst
Pastor Harms

Freitag, 18. 8.

18 Uhr, Kirche
Begrüßungsgottesdienst für die neuen Konfirmanden
Anschließend Konfi-Party im Gemeindezentrum
Pastor Harms

Sonntag, 20. 8.

10 Uhr, Kirche
Weil Gott treu ist – Gottesdienst zum Israelsonntag
Pastor Kramer

10 Uhr, Raum 1
Kinderkirche
Pastor Harms und Team

Sonntag, 27. 8.

10 Uhr, Kirche
Gottesdienst
Anschließend Gespräch zum Thema
Pastorin Witte

18 Uhr, Kapelle
Taizé-Andacht
Verena Maier, Tabea Lenzen und Sonja Großewinkelmann